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Title: Hermann Hesses Konstruktion des Orients : in 'Siddhartha', 'Die Morgenlandfahrt' und 'Indischer Lebenslauf'
Authors: Buttigieg, Josette (2014)
Keywords: Orient -- In literature
Hesse, Hermann, 1877-1962. Siddhartha -- Criticism and interpretation
Hesse, Hermann, 1877-1962. Morgenlandfahrt -- Criticism and interpretation
Hesse, Hermann, 1877-1962. Indischer lebenslauf -- Criticism and interpretation
Issue Date: 2014
Abstract: Der Orient war im Laufe der Jahrhunderte sowohl Inspirationsquelle als auch Objekt der Begierde vieler abendländischer Schriftsteller: Dafür liefert auch die deutschsprachige Literatur viele Beispiele. Friedrich Schlegels Aufforderung: „Im Orient müssen wir das höchste Romantische aufsuchen“, Goethes träumerische Verse „Flüchte du, im reinen Osten / Patriarchenluft zu kosten“ oder Jean Pauls sehnsüchtiges Flehen: „Morgenland, Morgenland! Auch nach deinen Augen neigte sich sonst meine Seele wie Bäume nach Osten:- Ach wie muß es da sein, wo die Sonne aufgeht!“ sind herausragende und einflussreiche Beispiele. Besonders in Momenten, in denen die politischen, sozialen und spirituellen Verhältnisse in Europa den künstlerischen Geist enttäuschten, wandten sich viele dem Orient zu, um sich zu bereichern und um ein ideales Parallelleben im Fernen und Unbekannten aufzusuchen. Diese Sehnsucht ist zu spüren in den drei Erzählungen Hermann Hesses, die das Thema dieser Arbeit bilden. In Die Morgenlandfahrt schwärmt er von dem Orient als „Heimat des Lichts“; eine alternative, ideale Welt vor orientalischer Kulisse bildet er weiterhin mittels seiner Erzählungen Siddhartha und Indischer Lebenslauf die Wiege gelegt. In seinen autobiografischen Schriften schreibt Hesse, er sei seit seiner frühesten Kindheit daran gewohnt, „den Duft indischer und chinesischer Dichtung und Frömmigkeit zu atmen“, und in dem kurzen Aufsatz Über mein Verhältnis zum geistigen Indien und China, den er parallel zur Veröffentlichung von Siddhartha schrieb, behauptet der fünfundvierzigjährige Hesse von seinen Eltern und Großeltern mütterlicherseits, sie seien „alle drei nicht vom Schlage des Durchschnitts-Missionars, [sondern] tief in die Sprachen und Seelen Indiens eingedrungen.“ ab. Das bestimmte Bild des Orients, das der im Mai 1877 geborene Schriftsteller, Dichter und Nobelpreisträger mittels dieser Werke konstruiert, ist das Resultat eines langen, leidenschaftlichen Engagements mit fernöstlichen Denkweisen gekennzeichnet. Hesses Beziehung zum Orient ist äußerst bemerkenswert. Ihm wurde das Interesse an diesem geografisch entfernten Gebiet sozusagen schon in die Wiege gelegt. In seinen autobiografischen Schriften schreibt Hesse, er sei seit seiner frühesten Kindheit daran gewohnt, „den Duft indischer und chinesischer Dichtung und Frömmigkeit zu atmen“, und in dem kurzen Aufsatz Über mein Verhältnis zum geistigen Indien und China, den er parallel zur Veröffentlichung von Siddhartha schrieb, behauptet der fünfundvierzigjährige Hesse von seinen Eltern und Großeltern mütterlicherseits, sie seien „alle drei nicht vom Schlage des Durchschnitts-Missionars, [sondern] tief in die Sprachen und Seelen Indiens eingedrungen.“
Description: M.A. GERMAN
URI: https://www.um.edu.mt/library/oar//handle/123456789/9828
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